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Am Abend ordnet der «Blick am Abend» dieses Statement publizistisch ein.
Er lässt zwei Zürcher Nationalrätinnen, Frau Nathalie Rickli (SVP) und Filippo Leutenegger (FDP) zu Wort kommen. Frau Rickli und Herr Leutenegger sind zufälligerweise auch Vizepräsidentin und Präsident der Aktion Medienfreiheit und man fragt sich, was die politische Absicht der «Blick am Abend»-Redaktion mit diesem Artikel ist.

Während die «NZZ» journalistisch korrekt ihrem Informationsauftrag nachkommt und das Papier des neuen SRG-Generaldirektors publiziert, bearbeitet der «Blick am Abend» das Thema in antiaufklärerischer Art und Weise. Die Schlagzeile des Artikel heisst «De Weck hat viel gesagt, aber wenig ausgesagt». Diese Schlagzeile ist in Anführungszeichen gesetzt. Das kennzeichnet sie als Zitat. Es stammt vom Frau Rickli. Das muss die LeserIn allerdings mühsam im ganzen Artikel suchen und findet es erst am Schluss. Da Frau Ricklis Namen nicht im Artikeltitel zitiert ist, muss man ihn beim schnellen Lesen für die Meinung der JournalistIn halten. Es ist nicht ganz falsch aber eben auch nicht richtig, so wie es gemacht ist.
«,Die Demokratie braucht aufgeklärte, gut informierte Bürger‘, schreibt de Weck. An diese ,Citoyens‘ müsse sich die SRG zuballerst wenden», schreibt der Blick.
Die «SVP-Medienxpertin» Nathalie Rickli, (Bildlegende Seite 4/5 )– gefällt das Wort «citoyen» gar nicht. «Bereits da klingt durch, was ich von de Weck befürchte: Seine Aufklärung hat eine politische Absicht, anstatt dass er neutral informiert» wird Frau Rickli zitiert.

Vielleicht kennt Natalie Rickli sich in diesen Fragen nicht so gut, möglicherweise hatte sie eine schlechte StaatskundelehrerIn oder war gerade krank, als diese Fragen dort behandelt wurden. Der Frau könnte geholfen werden durch ihren Parteipräsidenten und seinen Übervater. Diese kennen sich in diesen Fragen aus und reden oft vom Volks als Souverän. Dort wo das Volk der Souverän ist, sind die citoyenne und der citoyen die Trägerinnen dieser Souveränität. So einfach ist das, und die Souveränität, das ist allemal eine politische Sache.
Über das Konzept der Aufklärung könnte die Expertin in medialen Angelegenheiten sich schlau machen bei einem anderen Schweizer – Achtung es handelt sich allerdings eine Person mit ausländischen Wurzeln! Frau Rickli könnte sich bei Johann Heinrich Pestalozzi – etwa in jenem schönen Roman, der «Lienhard und Gertrud» heisst und in vielen anderen von Pestalozzis Werken – nachlesen. Frau Rickli wird so vom «Blick am Abend» zitiert: «Seine Aufklärung hat eine politische Absicht, anstatt, dass er neutral informiert». Frau Rickli es ist horribile dictu (Spätlatein) tatsächlich so, dass Aufklärung in politischer Absicht erfolgt, ja erfolgen muss. Sapere aude – Wage es zu wissen, das ist laut Immanuel Kant der Wahlspruch der Aufklärung. Er steht Schluss seiner Aufsatzes «Beantwortung der Frage, was ist Aufklärung?», den er mit dem weltberühmten Satz einleitet:
«Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldten Unmündigkeit. Unmündigkeit meint das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Hilfe eines anderen gebrauchen zu können. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.»
Soweit Herr Kant, ein Deutscher aus Königsberg, also heute wäre er ein Russen?!? ... lassen wir das mit dem Migrationshintergrund, zumal der Mann seiner Reisephobie wegen gar nie richtig aus Königsberg herausgekommen ist.

Aufklärung verhilft Menschen zum Selberdenken. Das mag der SVP-Frau vermutlich nicht wirklich gefallen, ist sie doch sicher der Ansicht, dass «Schweizer SVP» wählen, wer also sie nicht wählt vermutlich kein richtiger Schweizer sonder möglicherweise ein Scheinschweizer ist.

Auch Herr Leutenegger (FDP, Nationalrat, ZH) Mühe mit dem neuen SRG-Chef, dafür hat man selbstverständlich viel Verständnis, ist er doch, obwohl beim komischen Duo am Sonntagabend «o solé mio» geschmettert und selbstgebackene Weihnachtsguetsli verteilt hat, nicht SRG-Direktor geworden, oder war es gleich andersrum, weil er es nicht geworden ist, hatte er Zeit zum Vorsingen und Gutseln, Hauptsache ist doch, dass er Familiensinn zeigt. Herr Leutenegger möchte nun endlich mal glasklar festlegen lassen, was, denn «service public» genau heisst.
Fällt Ihnen eigentlich auch auf kluge Leserin und schöner Leser, dass hier lauter nichtdeutsche Wörter verwendet werden. Mein Klapprechner stöhnt auf ob so viel Fremdheit, bevor er ganz durchbrennt, schreibe ich auf ihm noch ganz schnell, dass Französisch ja eine schweizerische Landessprache ist. Das hatte der Kerl aufgrund des Frühenglischen glatt vergessen. Wussten Sie eigentlich dass Mandarin am meisten native Speichers (Frühenglisch!!!!) und wer hat am zweitmeisten, wer? Genau Spanisch.

Nun ja, darum geht es ja gar nicht. Es geht den beiden und dem «Blick am Abend» darum dem Publikum die staatlichen Radio- und Fernsehkanäle schlecht zu machen, weil diese sich der Kontrolle der einflussreichen Geldgeber zur Zeit noch entziehen.