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Chronische Arsenvergiftungen führen zu Haut- Lungen- und Darmkrebs.

Arsen ist ein hochgiftiges Element, das sich in vielen Gesteinen befindet. Die Erosion trägt die Gebirge ab und wäscht das Gestein als Sand langsam und überall dem Meer zu. Hohe Arsenkonzentrationen befinden sich, das haben die Wasserspezialisten der ETH Zürich, der EAWAG, zusammen mit den Geologen, herausgefunden, vor allem in relativ jungen Flusablagerungen und Schwemmebenen, die aus feinem tonigen Material bestehen. Die grossen Ströme Südostasiens, wie der Ganges oder der Brahmaputra in Indien, oder Mekong im Vietnam haben diesen tonigen Sande langsam dem Meer zugeführt. Ein Prozess, der geologisch jung ist, d.h. vielleicht ein paar hunderttausend Jahre alt. Dort lagern sie ihre Fracht ab und es entstehen relativ mächtige oft mehrere hundert Meter dicke sandig-tonige Sedimente, die einen sehr fruchtbaren Ackerboden abgeben. Hier spielt sich nun ein biologischer Prozess ab, der für die Menschen Folgen hat. Wenn diese Böden einen hohen Anteil an organischem Material enthalten, dann sind in diesen Sedimenten Bakterien aktiv, welche das organische Material zersetzen. Das Arsen ist in der Regel in diesen Schwemmlandböden relativ stabil an Eisenoxide gebunden, die schwer löslich sind, was bedeutet, dass sie sich im Wasser nicht auflösen. Die Bakterien, welche im mit viel organischen Material angereicherten Schwemmland die organischen Stoffe auflösen und zersetzen verbrauchen relativ viel des im Wasser gelösten Sauerstoffs. 

«In der sauerstoffarmen Umgebung kommt es nun zu einer fatalen chemischen Reaktion: Das schwerlösliche Eisen lösst sich zusammen mit dem gebundenen Arsen im Grundwasser auf und reichert sich an.»

Dieser Prozess geht langsam und stetig voran. 

«Die EAWAG-Forscher haben die Risikokrate auf der Basis des Grenzwertes der Weltgesundheitsorganisation WHO kalkuliert. Wer Wasser trinkt, dessen Arsengehalt über 10 Mikrogramm pro Liter liegt, ist laut WHO gefährdet, langfristig an einer chronischen, lebensgefährlichen Arsenvergiftung zu leiden. Dieser Wert wird nicht von allen Ländern übernommen. Bangladesh setzt wie auch die Schweiz den Grenzwert bei 50 Mikrogramm an». 

Aufgrund ihrer Messdaten haben die Forscher eine Karte für Südostasien angelegt und Modelle berechnet, welche die langfristigen Gefährdungen durch die Arsenkonzentrationen anzeigt. 

Im Artikel heisst es:

«die Gesundheitsbehörden in Bangladesh wissen von etwa 40000 Menschen, welche typische Symptome einer Arsenvergiftung zeigen: harte Haut, schwarze Flecken, gefühlsarme Hände und Beine. Das sind verhältnismässig wenige Fälle. Das Ausmass der Katatrophe wird in 20 Jahren sichtbar sein, falls die Regierung nicht ernsthaft regiert, zum Beispiel mit der Abgabe von Sandfiltern die Aresen grösstenteils zurückhalten». 

20 Jahre – so lange beträgt die Latenzzeit einer Arsenvergiftung. 

Bereits hier stellen sich verschiedene Fragen, etwa jene, was die guten Gründe der Schweizerischen Eidgenossenschaft dafür sind, den Grenzwert für Arsen im Trinkwasser 5 mal höher anzusetzen als die WHO empfiehlt. Und weshalb es nicht gelingt, die Trinkwasseraufbereitung in Südostasien so zu gestalten, dass das Arsen aus dem Wasser herausgehalten wird, da ja offenbar bereits Sandfilter den grössten Teil des Giftes zurückzuhalten vermögen.

 

In einem weiteren Artikel auf der gleichen Seite 28, des 15. Juli 2008 ein zweiter Artikel abgedruckt, dessen Schlagzeile noch schlechtere Nachricht enthält:

«Wo mehrmals geerntet wird, ist der Reis noch giftiger». Ein Titel der stutzig macht angesichts der allüberall zu hörenden Forderung, es müsse gelte es, was es wolle, die Nahrungsmittelproudktion weltweit erhöht werden. Der Artikel berichtet von einer Untersuchung der EAWAG-Forscher im Dorf Sreenagar etwas südlich von Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesh, wo die Belastung der Reisfelder mit Arsen untersucht worden ist.